Naturschätze

Berge aus Schokolade

Die berühmten Chocolate Hills, die 30 bis 50 Meter hohen „Schokoladenhügel“ von Bohol, prägen im Zentrum der Insel eine Landschaft, deren Anblick mit nichts auf der Welt zu vergleichen ist. Ihre ebenmäßige Form lässt vermuten, dass hier ein begnadeter Landschaftskünstler am Werk war, doch die 1268 Berge sind von der Natur geschaffen worden. Ihr Ursprung liegt im Meer, denn das erodierte Kalkgestein in Konusform aus denen sie bestehen, wurde vor tausenden von Jahren von Korallen und Kalkalgen gebildet. Die Legende erzählt freilich eine andere Geschichte. Danach sind die Hügel nichts anderes als versteinerte Tränen des Riesen Argo, der sie vergoss, als seine Angebetete, die schöne Aloya, starb.

Es gibt zwei Orte, von denen aus diese eigentümliche Berglandschaft bestens besichtigt werden kann. Der eine liegt in der Stadt Carmen im Osten des Hügelkomplexes, der andere in Sagbayan, am Westrand. In Carmen gibt es eine große Aussichtsanlage mit mehreren Plattformen zu denen 214 Stufen führen. Ihren Namen verdanken sie übrigens ihrer Farbe in der trockenen Jahreszeit. Braunes Gras bedeckt dann die Oberfläche und erinnert manche, wenn auch nur entfernt, an Schokolade.

Kobolde mit Kulleraugen

Wer Bohol bereist wird sich in den meisten Fällen nicht einen Besuch bei den sonderbarsten Kreaturen der Philippinen entgehen lassen. Es sind die Tasiere, auch Koboldmakis genannt, die hier viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Sie sind gerade mal so groß wie eine Ratte, haben jedoch Augen, die im Verhältnis zu ihrem Körper etwa 150-mal größer sind als die des Menschen. Das ermöglicht ihnen eine gute Sicht im Dunkeln, denn die Winzlinge sind nachtaktiv und fangen nach Sonnenuntergang Insekten, Amphibien, kleine Vögel und Reptilien. Wer sie im Freien nicht zu Gesicht bekommt, der kann die Kobolde in der Nähe von Corella, im Südwesten Bohols, im Tarsier Schutzgebiet ausgiebig in Augenschein nehmen. Auf dem weitläufigen Gelände führen geschulte Guides Besucher durch lichten Sekundärwald, wo die Tasiere in kleinen Gruppen zusammen leben.

Wald auf Stelzen

Bohol ist eine der wenigen Provinzen des Landes, die über ausgedehnte Mangrovenwälder verfügt. Man findet sie an der Küstenlinie und an Flussufern. Mangrovenwälder stellen einen ganz besonderen Waldtyp dar, der sich in vielerlei Hinsicht von anderen Waldformen unterscheidet. Das augenscheinlichste Merkmal sind die Stelzwurzeln der Bäume, die ihnen eine gute Verankerung im sumpfigen Boden ermöglichen und zur Sauerstoffversorgung beitragen. Mangrovenwälder sind die Kinderstube vieler Fischarten, sie halten den Schlick der Küstenregionen und Ufer fest und schützen so auch die empfindlichen Korallenriffe.

Besonders sehenswert ist der Banacon Island Mangrove Forest im Norden der Hauptinsel. Das ehemals völlig abgeholzte Gebiet wurde in den letzten 50 Jahren wieder aufgeforstet. Zahlreiche Pfade führen durch das natur- und kulturgeschichtlich sehr interessante Gebiet. Auch der Candijay Mangrovenwald an der Ostküste von Bohol Island ist sehenswert. In diesem von der Panadtaran Mangrove Association aufgeforsteten und geschützten Gebiet, blüht heute der Öko-Tourismus. Die Mitglieder der Vereinigung, vor allem lokale Fischer und Farmer, bieten lehrreiche Wanderungen, Kanufahrten und vogelkundliche Touren an.